Kulturverein Deberndorf "Dillnberch Schlorcher" e.V.

Über uns 

Veranstaltungskalender

              Rückblick 

 Anreise

  Aktivitäten

              Home        Geschichtl. Arbeitskreis

   Jugendarbeit     

Befreundete Vereine

  Links

Handwerk

Böllerabteilung des Kulturvereins Deberndorf

Im Jahre 1995 wurde die Böllerabteilung des KVD gegründet, damals 5 Mitglieder, heute sind es 8  Böllerer.
                                                              
                                                 1 Frau und  7 Männer

Die Böllerschützen besitzen Hand- und Schaftböller, der Verein selbst nennt 2 Kanonen sein Eigen.
Das „Böllern" hat in Franken eine lange Tradition, geriet dann etwas in Vergessenheit, erlebt aber zur Zeit wieder einen Aufschwung.

Das Böller-Brauchtum ist beschränkt auf bestimmte Anlässe, wie z.B. Hochzeiten, Taufen, Kirchweihen, Sonnenwende, hohe Geburtstage und als Ehrbezeugung für verdiente Persönlichkeiten.

Der Verein besucht auch Böllertreffen zu denen Böllergruppen u. Vereine einladen.
Es gibt z.B. bayerische- nordbayerische u. fränkische Böllertreffen u.v.a.
Um die Erlaubnis zum Böllern zu erlangen , müssen 5 Grundvoraussetzungen erfüllt werden:

- mindestens 21 Jahre alt (mit Ausnahmegenehmigung 18)

- körperlich u. geistig geeignet

- zuverlässig im Sinne des Gesetzes (uneingeschränktes Führungszeugnis)

- Fachkunde-Prüfung

- Bedürfnis zum Böllern nachweisen (d.h. Mitgliedschaft im Schützen-, Brauchtums-, Heimat- oder Trachtenverein) .

Bisher besuchte Böllertreffen:

 

1997            7. Fränkisches Böllertreffen Schwürbitz a. M.

                                                              1999             12. Bayerisches Böllertreffen in Hofgiebing

                         1. Rangau-Böllertreffen in Veitsbronn/Siegelsdorf

               9. Fränkisches Böllertreffen in Rüsselbach

                        1. Nordbayerisches Böllertreffen in Heroldsbach

                                                             2000              Millenniumsböllern in München

                9. Fränkisches Böllertreffen in Weißenburg

                                         2001              3. Nordbayerisches Böllertreffen in Pinsberg

                                                             2002              4. Nordbayerisches Böllertreffen in Birkhof

                                                             
                                                             2005              14. Fränkische Böllertreffen in Neuhof an der Zenn                           Bilder

                                                             2008              10. Nordbayrisches Böllertreffen in Höchstadt a. d. Aisch                 Bilder

 

Kontakt:
1.Schützenmeister
Markus  Mehl
Pleikershofer Str.18
90556 Cadolzburg
boeller@kulturverein-deberndorf.de

 

 Anmerkungen zum Brauchtum des Böllerschießens          Von Karl Heinz Kaiser

Das Böllerschießen hat zwar durchaus eine traditionsreiche aber nur teilweise durch alte Chroniken belegbare Geschichte, die bis in das ausgehende 15. Jahrhundert zurückreichen dürfte. Trotz langwieriger, intensiver Nachforschungen ist es aber bis heute nicht zweifelsfrei gelungen, den Zeitpunkt des Entstehens dieses Brauches schlüssig nachzuweisen.
Das seit Jahrhunderten ausgeübte Böllerschießen ist vor allem Pflege alten Brauchtums und hat sich vom Kriegsbrauch zum Volks- brauch entwickelt. Eine allseits bekannte und recht lustige Geschichte hat sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts im Schwarzwaldstädtchen Hornberg zugetragen: Es haben die Einwohner von Hornberg in Erwartung ihres Fürsten, wahrscheinlich Eberhard Ludwig  ( 1677 - 1733) so lange ihre Böllerschüsse zum feierlichen Einzug ihres Landesherrn geprobt, bis ihnen das Pulver ausging. Der Versuch, den Fürsten bei seinem Einzug in das Städtchen durch kräftiges, das Böllern nachahmende Brüllen zu täuschen, misslang natürlich und führte dann auch zur Bestrafung der Missetäter. Hiervon abgeleitet wurde vermutlich das heute noch verwendete Sprichwort :

"Das ging aus wie das Hornberger Schießen...... !"

Die Begebenheit ist einer der ältesten überlieferten Nachweise dafür, dass in deutschem Gebiet geböllert wurde, der tatsächliche Ursprung dürfte aber wesentlich weiter zurück in unserer Vergangenheit liegen.
Zu einer solchen Berühmtheit, wie die Hornberger brachten es kaum andere Böllerschützen in der Vergangenheit, obwohl das Böllerschießen im gesamten deutschsprachigen Raum etwa ab dem frühen 18. Jahrhundert Verbreitung fand.
Ein weiteres, allerdings nicht ganz so bekanntes Zeugnis über die Aktivitäten unserer Vorfahren im Hinblick auf das Böllerschießen stammt aus Mittelfranken. So ist man in der Markgrafschaft Ansbach gegen diesen Brauch wegen seiner Gefährlichkeit von Seiten der damaligen Obrigkeit kräftig vorgegangen. In einem markgräflichen Erlass vom 16. Juli 1696 wurde bei Strafandrohung verboten :

"dass bei den Hochzeiten auf dem Land die Bauern - Kerl und Junge Pursch mit allerhand Feuern und Rohren platschen und Freudenschüsse tun,"
Bedurfte es eines solchen Verbotes, muss zwangsläufig vorher schon geböllert worden sein!

Das damalige "Freudenschießen" aber starb nicht aus, was viele weitere Begebenheiten auch bezeugen, so liegt mir z. B. eine Kopie des Kassenbuches der königlich privilegierten Schützengesellschaft Zirndorf vor, in dem bereits im Jahre 1835 / 36 die Ausgabe von 4.- fl. für die Anschaffung eines Böllers bei der Fa. Rothgießer Rupprecht in Nürnberg im Kassenbuch und im Inventarium dieser Schützengesellschaft dokumentiert wurde. Ein weiterer Nachweis das Thema betreffend wurde mir kürzlich von einem Schützenkameraden aus Pleinfeld übergeben. Demnach wurde zum Te Deum, anlässlich der Errichtung der Barbarabruderschaft im Kloster Heiligenblut bei Spalt, am 25 Februar 1715 Böller abgefeuert (sh. Kopie des Schreibens von Schützenbruder Dietmar Birkel aus Pleinfeld).
Menschen haben zu allen Zeiten versucht mit der Erzeugung von Lärm die Geister oder das Wetter zu beeinflussen, dies taten sie anfänglich mit allerlei Gerät, bis zu dem Zeitpunkt da Schwarzpulver ins Spiel kam....Die Motivation zum Böllerschießen hat sich im Laufe der Jahrhunderte von dem Wunsch nach rascher Verbreitung von Warnungen, Verbesserung der Wetterlage und der Vertreibung böser Geister, zum Ausdruck besonderer Lebensfreude, zu der feierlichen Untermalung von festlichen Anlässen und zur Ehrung besonders verdienter oder angesehener Mitglieder der Öffentlichkeit und des Schützenwesens in jeglicher Form (Heimatvereine, Brauchtumsvereine, Trachtenvereine) hin entwickelt.

Niemand glaubt heute mehr an böse Geister, oder daran das Wetter verbessern zu können indem er ein paar Böllerschüsse gegen den Himmel schickt. Aber allgemein, großes Entzücken und Freude können Böllerschüsse anlässlich einer Hochzeit, oder der Eröffnung einer fränkischen Kirchweih und auch zur Einholung des Schützenkönigs sowie zur Eröffnung von anderen hohen weltlichen und kirchlichen Festen erzeugen. Das Böllerschießen war weder in Vergangenheit, noch in der Gegenwart als eigenständiges Brauchtum zu verstehen, sondern ist immer als begleitendes Element für ganz bestimmte Anlässe im kirchlichen und weltlichen Jahreslauf Bestandteil vorrangiger Bräuche und Traditionen.
Zum Beispiel dient das Berchtesgadener Weihnachts- oder "Christkindlschießen" als Ausdruck der Freude über die Ankunft des Heilands auf unserer Welt und zu dessen Begrüßung. Oder die Böllerschüsse anlässlich einer Königsproklamation in unseren Schützenvereinen, auch hier sind sie nicht Selbstzweck, sondern begleitendes Beiwerk einer besonders würdevollen Feier. Der Bei- spiele gäbe es noch viele, aber es ist unschwer für jedermann nachzuvollziehen, dass es zum Böllerschiessen immer besondere Anlässe gibt, die im Vordergrund stehen und für die wir Böllerschützen mit unserem Tun stets schmückendes Beiwerk sein werden.

Weil aber Bräuche sich regional unterscheiden, weil sie sich stets weiterentwickeln, wenn sie weiter existieren wollen  und auch weil Brauchtum jederzeit neu entstehen kann, gibt es auch keinerlei Anspruch auf eine einheitliche und gleichermaßen für alle Orte und Regionen im Lande geltende Bedürfnisregelung. Wünschenswert wäre allerdings, dass von Seite des Gesetzgebers für neu entstehende Böllergruppen ein Mindestmaß an Anlässen (z. B. wie in der Region allgemein üblich) genehmigt wird. Beispielsweise könnten das für einen Schützenverein folgende Anlässe sein : Königsproklamation, Vereinsjubiläum, Hochzeit von Vereinsmitgliedern, runde Geburtstage von Vereinsmitgliedern ab dem 50. Geburtstag, Beerdigung von Vereinsmitgliedern, Anschießen von Vereinsfesten und Festzügen.
Wenn wir als Böllerschützen unsere Tradition aufrecht erhalten wollen, müssen wir in erster Linie in unserem Wirkungsfeld, d. h. in unseren Heimatgemeinden oder unserem Landkreis die Akzeptanz der Bevölkerung, also der Gemeinschaft in unserem Umfeld erlangen. Diese Akzeptanz erhalten wir aber nur dadurch, dass wir uns an bestimmte Regeln halten, die uns zum einen der Gesetzgeber erteilt und die wir uns um unserer Ehre willen auch selbst gegeben haben.
Das Böllerschießen war und ist immer eine besondere Ehrerweisung und sollte deshalb auch nur verdienten Mitgliedern der Gemeinschaft, bzw. des öffentlichen Lebens und unseren Schützenschwestern sowie Schützenbrüdern vorbehalten sein. Auf keinen Fall sollten damit kommerzielle Zwecke und Ziele unterstützt werden, so kann ich mir zum Beispiel beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Eröffnung eines Supermarktes, oder gar der Verkauf der 10.000 - ten Eigentumswohnung ein, unserem Verständnis nach traditioneller Anlass ist Hüten Sie sich vor zu vielen Böllerterminen in Ihrem Heimatort und vor zu vielen Schüssen, bei nahezu 100 % aller Anlässe sind 3 Serien angemessen (z.B. Reihenfeuer langsam, Reihenfeuer schnell und Salut).

 

 nach oben