Kulturverein Deberndorf  "Dillnberch Schlorcher" e.V.

Weiden flechten

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Hier möchten wir einen Einblick ins Korbflechten mit Weiden geben. Die Flechtart die wir zeigen nennt man Rundflechten, weil das verwendete Material rund ist. Es gäbe zum Beispiel auch Spanflechten. Ein Korb besteht aus dem Boden, mit dem man beginnt. Dann folgt die Wandung mit ihren Stellern, die das Gerüst bilden. Nun wird am Boden eine Finne geflochten auf dem der Korb steht, diese geht in eine Wandfinne über. Zur Stabilität wird noch eine Finne darüber geflochten. Jetzt wird die Wandung mit Schichtflechten ausgefüllt. Wenn die gewünschte Korbhöhe ereicht ist, muss noch eine Abschlussfinne geflochten werden. Darauf folgt der Rand. Je nach Wunsch flechtet man nun den Griff, Ein- oder Zweihenkelkorb. Nach dem verdübeln des Griffes wäre der Korb vollendet.
Wir können hier nur einen kleinen Einblick in dieses Handwerk geben. Es wäre sinnvoll, für den, der das Flechten ausüben möchte, einen Flechtkurs zu besuchen. Es gibt auch gute Fachbücher in denen man das Flechten studieren kann.

 

Für den Boden benötigen wir zuerst Steller, von denen wir drei Stück in der Mitte spalten.

Die anderen drei Steller werden durch die Gespalteten geschoben. Zusätzlich fügen wir zwei Flechtweiden mit den Spitzen voran in die Gespalteten ein.

Mit zwei Ruten gleichzeitig flechten nennt man fitzen. Die Ruten schlingen sich dabei um die Staken und werden immer abwechselnd verschränkt. Das bedeutet, dass beim Verschränken die Anordnung der beiden Ruten wechselt.     (Die oben liegende muss beim nächsten verschränken unten liegen, dann wieder oben, usw.)

Nachdem die Steller umflochten sind, werden sie strahlenförmig aufgebrochen.

Man flechtet solange weiter, bis man die Ruten verlängern muss. Hierbei wird eine neue Rute über die zu kurze Umflochtene eigefügt.
Nun kann man das Flechtsystem fortsetzen. Beim Verlängern ist zu beachten, dass man mit dem gleichen Ende fortfährt, welches man verlängern will.      (Dickes Ende auf dick, dünnes Ende auf dünn.)

 

Wenn der Boden fertig gestellt ist, werden die Wandstaken angespitzt.

Nachdem auf beiden Seiten der Bodenstaken je eine Wandstake eingefügt wurde, werden diese nach oben geknickt und zusammengebunden. 

Wenn die Wandstaken in Form gespannt sind, beginnt man mit der Bodenfinne. Diese flechtet man mit vier Ruten bis zur Hälfte des Bodenumfanges. An dieser Stelle beginnt man mit vier weiteren Ruten dasselbe.

Die vier Ruten werden vom Boden weggeknickt.

Mit der Linken beginnt man vor drei Staken hinter einer Stake zu flechten. Man muss darauf achten, dass man diese Finne unten um den Boden flechtet. Bevor man die Finne in die Korbwand hochzieht und bis zu den Rutenspitzen vollendet.

 

Auf die vollendete Bodenfinne folgt nun die erste Wandfinne die mit zwei mal drei Ruten nacheinander geflochten wird. Man beginnt immer mit dem dünnen Ende der Ruten.

Wenn die ersten drei Ruten zu Ende sind, werden sie mit dem dicken Ende der zweiten Drei verlängert. Hierbei schiebt man die Flechtrute unter die umflochtene zu verlängernde Rute.

Beim Schichtflechten der Wandung wird zwischen jedem Wandstaken eine Flechtrute eingelegt und vor eins hinter eins verflochten. Der Korbrand beginnt nach der Schlussfinne mit vier umgeknickten Wandstaken. Diese werden von links nacheinander hinter zwei abgelegt.

Nun wird wieder mit der Linken beginnend vor drei hinter eins geflochten.

Wenn dieser Flechtgang beendet ist, wird wieder eine Stake hinter zwei abgelegt.

So dass sich ein Paar bildet.

Beim Weiterflechten ist darauf zu achten, dass vom Paar immer der hinter zwei abgelegte Stake zu verwenden ist.

Nachdem der Rand fertig ist, werden die abstehenden Enden bündig abgeschnitten. Die überstehenden Enden an der Korbinnen- und Korbausenseite muss man ebenfalls bündig abschneiden.

Ein Griff besteht aus einer Seele, die in die Wandung eingesteckt wird. Sie wird mit acht Ruten umwickelt, von denen die Hälfte auf einer Seite des Griffes eingesteckt wird. Die Andere auf der anderen Seite.

Nach dem Umwickeln der Seele werden die Spitzen der Ruten unter die Schlussfinne durch die Wandung gezogen.

Nach dem Verflechten der Rutenspitzen wird durch die Seele ein Weidendübel getrieben. Nun ist unser Korb fertig.
Wie erwähnt ist diese Erklärung des Flechtens zu kurz um einen Korb selbstständig und ohne weitere Hilfe zu flechten. Wenn man ein guter Autodidakt ist, kann man sich mit guten Fachbüchern selber weiterhelfen. Für alle Anderen ist es ratsam, unter fachkundiger Anweisung einen Flechtkurs zu besuchen. Danach werden sie wissen ob sie das Flechthandwerk weiter betreiben möchten und noch andere Flechttechniken erlernen wollen.

Wir wünschen viel Freude und Spaß beim Ausprobieren.  

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