Kulturverein Deberndorf  "Dillnberch Schlorcher" e.V.

Spalierwände flechten mit Weiden

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Hier zeigen wir, wie man eine Spalierwand flechten kann. Als Beispiel flechten wir eine niedere Wand mit einer Höhe von ca. 60 cm. Die Wand soll als Abgrenzung eines Blumenbeetes zur einer Spielwiese dienen. Da die Wand im Winter abgebaut und trocken gelagert wird, ist es zweckmäßig, sie oben und unten mit den Stellweiden zu verflechten. Dabei benötigt man eine Flechthilfe in die man die Stellweiden so tief einfügen kann, dass man mit dem eingefügten Teil einen Rand flechten kann. Die Stellweiden müssen so lang sein um am oberen Ende der Wand noch einen Randabschluss flechten zu können.    
Es gibt noch viele verschiedene Möglichkeiten eine Spalierwand zu flechten. Der Verwendungszweck der Spalierwände bestimmt die Flechtmethode.

 

Wenn die Steller in die Flechthilfe eingefügt sind, beginnt man von einer Seite mit drei Weiden eine Finne zu flechten. Die Finne wiederholt sich von der gegenüberliegenden Seite. Dies garantiert einen stabilen Wandanfang. Die Flechtweiden für die Finne müssen hierbei so lang sein, dass man am Ende der Wand einen umschlingenden Abschluss einflechten kann.
Im Bild sieht man gut, wie die einzelnen Weiden zum verflechten eingelegt werden.

Nun flechten wir die Wand bis zur Mitte, indem wir von einer Seite mit zwei Weiden abwechselnd vor eins hinter eins mit dem Fuß beginnen.
Dieser Arbeitsschritt wird abwechselnd von einer Seite zur anderen geflochten, bis wir bei der Mitte angelangt sind. Hierfür verwenden wir Weiden die etwas länger als die Wand selbst sind.

In der Mitte flechten wir von beiden Seiten mit je zwei Weiden eine Stabilisierungsfinne.

Die Finne wird in der Fitztechnik geflochten.

Für die Mittelfinne müssen die Weiden wieder so lang sein, dass sie an den beiden Enden der Wand umflochten werden können.

Nach dem Flechten der Mittelfinne werden die verflochtenen Weiden mit einem Hammer nach unten geschlagen. Dadurch wird das verarbeitete Material verdichtet und zusätzlich stabilisiert.
Nun wiederholen sich die ersten zwei beschriebenen Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge bis zur fertigen Höhe der Wand.
Nachdem die Finne mit drei Weiden vollendet ist, wird das verflochtene Material wieder verdichtet.

Nun wird der Abschluss mit den Stellweiden geflochten, der den oberen Rand der Wand bildet.

Am Schluss des Randes muss mit der letzten Stellweide ein umfassender Abschluss nach unten in die Wand geflochten werden, um das öffnen des Randes zu verhindern.

Nach dem Vollenden des oberen Randes werden alle losen Enden zurechtgeschnitten.
Hier im Bild ist die Flechthilfe gut zu sehen, mit deren Hilfe der untere Rand mit den Stellweiden geflochten werden kann.

Nun wird die Wand aus der Flechthilfe genommen und umgedreht. Während ein Helfer die Wand hält werden die Stellweiden zum unteren Rand vor eins hinter eins verflochten.

Am Schluss des Randes müssen die letzten beiden Stellweiden so umgreifend verflochten werden, dass sich der Rand nicht mehr lösen kann. Nach dem Abschneiden der losen Weidenenden im Rand ist die Wand fertig.

Hier sieht man die fertige Wand, die in einem von uns abgehaltenen Flechtkurs für Anfänger gefertigt wurde.

 
Um das hier geschilderte Flechten gut nachvollziehen zu können, sind Grundkenntnisse im flechten Voraussetzung. Auf der Seite Korb flechten sind einige Arbeitsschritte und Techniken ausführlicher beschrieben.

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