Kulturverein Deberndorf  "Dillnberch Schlorcher" e.V.

Seife sieden

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Im Mittelalter wurde die Seife noch richtig gesotten (sieden). Heute wissen wir, dass beim Sieden die Glycerine  zerstört werden. Deshalb verwenden wir das so genannte Kaltverfahren, wo der zu verseifende Grundstoff nicht über 100° C erhitzt wird. 
Jedes essbare Fett oder Öl kann verseift werden. Mineralische Fette und Öle eignen sich nicht zum Verseifen. Eine neutrale  Seife ohne jegliche Zusätze ist für einen normalen Hauttyp am verträglichsten. Man kann jedoch der Seife auch therapeutische, rückfettende Öle, sowie  Farb- und Duftstoffe zusetzen.
Jede Seife, die mit Natron hergestellt wird, ist eine Kernseife. Da die Natronlauge ätzend ist, sind einige Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Man sollte eine Schutzbrille und Gummihandschuhe tragen. Die ätzenden Dämpfe sollten nicht eingeatmet werden und mit Kindern ist besondere Vorsicht geboten!
Verwendete Pfannen, Töpfe oder Formen sollten aus nicht oxidierendem Material bestehen und nur für diesen Zweck benutzt werden. Außerdem benötigt man noch eine Waage mit Gramm-Einteilung, Thermometer, Kunststoffspatel, Kochlöffel, Suppen- und Teelöffel sowie ein hitzebeständiges Gefäß für die Natronlauge. Es wäre gut Essig zum Neutralisieren der Lauge zur Hand zu haben.
Mit diesem Wissen und so ausgestattet können wir nun beginnen.
 

Hier sieht man einige Zutaten an Ölen und Fetten die als Basis für Seife benutzt werden können. Wie zum Beispiel: Palm- und Kokosöl, oder    Pflanzenfett und Mandelöl. Das meist verwendete Basisfett in Industrieseifen ist Rindertalg und Pflanzenfett.

 

Zum Seife sieden verwenden wir destilliertes oder entmineralisiertes Wasser. Wir brauchen zum Verseifen Ätznatron, Natriumhydroxid, das in der Apotheke erhältlich ist. Es sind noch einige Utensilien zu sehen die zur Seifenherstellung benötigt werden. Waage, Schneebesen, Thermometer, Messbecher und emaillierter Topf. 

 

 

Nach dem Verseifungsprozess kann man therapeutische, rückfettende und ätherische Öle zugeben. Farbstoffe, Kräuter und verschiedene Erden je nach Rezeptur sind kurz vor dem Abgießen beizumischen.

Es ist genaues Abwiegen der Öle und Fette erforderlich.

 

Nach dem Vermischen der Basisöle und - fette werden diese erhitzt.

 

 

Nun mischen wir das errechnete Natron mit dem destillierten Wasser. Ab jetzt sollten wir unsere Schutzausrüstung tragen.

 

Nach dem Abkühlen der Basisfette und der Natronlauge auf gleiche Temperatur, werden die zwei Komponenten vermischt. Unter ständigem Rühren der Masse wird der Verseifungsprozess beendet. Man sieht den Zeitpunkt an der Tropfprobe. 

 

Wenn beim Abtropfen die Tropfen erhaben auf der Masse zu sehen sind, kann man je nach Rezept Zutaten beigeben, die nicht von dem Natron angegriffen werden sollen. Danach geben wir die noch flüssige Masse in eine Form. 

 

 

Sobald die Seife fest ist, schneiden wir sie in handliche Stücke. Hierbei sollte man nicht zu lange warten, sonst bricht die Seife.

 

Nach dem Aushärten kann man die Kanten und Flächen der Seifenstücke noch zurichten.

 

Nun ruht die Seife an einem schattigen, luftigen Ort zugedeckt noch vier Wochen, bevor wir uns damit waschen können.

Bevor sich jemand an das Seife sieden wagt, empfehlen wir ihm sich Literatur über dieses alte Handwerk zu beschaffen. Damit kann man zusätzliche Fragen gut für sich beantworten. 

Ein gutes Buch wäre: Duft und Schaum  Seifen selbst gemacht von Melinda Coss    ISBN 3-8001-7813-3.

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