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Kulturverein Deberndorf  "Dillnberch Schlorcher" e.V.

 

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Die Mitglieder des Arbeitskreises befassen sich durch intensivste Nachforschungen mit der jüngeren und älteren Vergangenheit Deberndorfs und der näheren Umgebung.

Dies geschieht unter Anderem durch Ausstellungen, Vorträge und Exkursionen.

Des Weiteren wird ein Bilderarchiv (Personen, Ereignisse, bauliche Gegebenheiten, und vieles andere) geführt.

 

Im Rahmen der 700 Jahrfeier Deberndorfs 2004 wurde das Buch "Geschichte und Geschichten eines fränkischen Dorfes" von der Festgemeinschaft vorgestellt.                      Einige Exemplare der Erstauflage können noch erworben werden.                                                                                  Preis pro Buch 25.- € plus Versand.

 

Die Geschichte Deberndorfs.

 

Etwa fünf Kilometer südwestlich von Cadolzburg liegt Deberndorf auf dem Nordhang einer Senke, die zum bewaldeten, 427m  hohen Dillenberg hin ansteigt.

Abriss des Hochfürstlichen Brandenburg Onolzbachischen Oberamts Cadolzburg,

Johann Georg Vetter, 1740, Ausschnitt, Privatbesitz

 

Zum erstenmal wurde Deberndorf 1304 urkundlich erwähnt. Damals führte Rüdiger, genannt Speiser von Cadolzburg, aus dem früher genannten Thebertendorf, Einkünfte an das Kloster Heilsbronn, in Form einer Schenkung ab.

Schenkungsurkunde (1304)

Die Gründung Deberndorfs geht wahrscheinlich bis ins 8. Jahrhundert zurück. Dem Ortsnamen Deberndorf liegt das slawische Wort „Dobrota“ zugrunde. Viele umliegende Orte wurden in dieser Zeit von slawischen Einwanderern gegründet.

Auf das Jahr 1382 ist der Verkauf eines Gutes aus Thebertendorf von den Herren von Seckendorf an den Gewandschneider Ulrich Futrer zu Nürnberg datiert. Im Jahre 1409 mußte Deberndorf, als Ausstattungsgut des Klosters Langenzenn, den großen und kleinen Zehnt dorthin abführen. Dies war bis 1652 gültig.

1430 wurde Deberndorf zur Pfarrei Langenzenn zugeteilt. Verwaltet wurde Deberndorf vom burggräflichen Amt Cadolzburg.

Auf Veranlassung des Markgrafen Georg von Ansbach erfolgte im Jahre 1533 die Einführung der Reformation.

Im 30-jährigen Krieg zogen die Horden des kaiserlich-bayerischen Feldherren Tilly, der bei Zirndorf für ein viertel Jahr sein Feldlager aufgeschlagen hatte, plündernd und mordend durch die umliegenden Ortschaften. So wurden 1632 im kleinen Friedhof zu Zautendorf 86 Personen beigesetzt.

Im Jahre 1615 kommt der Nürnberger Patrizier und kaiserliche Rittmeister Sebastian Welser durch Heirat in den Besitz von drei Höfen in Deberndorf, die durch Zusammenschluß im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts bereits ein ländliches Gut bildeten.

 

Er beantragte beim Ansbacher Markgrafen Joachim Ernst, ein Bauernhaus errichten zu dürfen. Nach Erhalt der Baugenehmigung beschränkte er sich jedoch nicht auf das bewilligte Gehöft, sondern errichtete ein schlossähnliches Gut. Als Welser 32 Jahre später starb, ging der Besitz an Lazarus von Neuenburg, dem es gelang, den durch die Erbschaft zersplitterten Besitz durch Heirat und Zukauf wieder zu vereinen. Im Jahre 1676 erwarb der Markgraf Johann Friedrich über einen Mittelsmann das landwirtschaftlichen Gut. Er erweiterte das Gut zu einer repräsentativen, großen Gutsanlage. Wegen Unrentabilitäten vergab er es in den nächsten Jahren als Lehen.

1697 erwarb Oberstleutnant Gottfried von Jahnus das Gut und erlangte vom Markgrafen zusätzlichen Landbesitz und Privilegien, wie die Dorfgerechtigkeit, das kleine Weidwerk und die Macht zu bauen und aufzurichten, was dem Ansehen des Dorfes und des Guts dienlich war.

Im Jahre 1712 ging das Gut an den Markgrafen Wilhelm Friedrich zurück, der es dem Dragonerobristen Ernst Hartmann von Diemar verlieh. Unter Baudirektor Leopoldo Retty und Johann David Steingruber wurde das ehemalige Welserische Gut zu einer ansehnlichen Schloßanlage ausgebaut. Die Fertigstellung der Gesamtanlage wurde durch den Tod Diemars im Jahre 1754 verzögert. Sein Sohn gab das Erbe nach kurzer Zeit an den Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich zurück, unter dessen Herrschaft das Brauhaus vollendet wurde. Unter dem Markgrafen Christian Friedrich Carl wurde die nunmehr als Lustschloß geplante Anlage, im Jahr 1761 vollendet und eingeweiht.

 

Prospect anno 1762

 

Seit den 70‘er Jahren häuften sich die Reparaturen an Schloß und Nebengebäuden. Schließlich verpachtete man Brauhaus und Garten, um aufwendige Unterhaltskosten zu sparen. Das Schloß selber gelangte über mehrere Besitzer an den Wirt und Metzgermeister Johann Adam Horneber, dessen Gattin das Schloß abbrechen ließ, nachdem ihr Mann 1870 gestorben war. Johann Jakob Dorn war der letzte Besitzer der Brauerei, unter dem diese noch in Betrieb war. Mit Einstellung des Brauereibetriebes ging die Geschichte des ehemaligen Schloßgutes zu Ende.

 

Kupferstich von J.G. Koeppel um 1780

So lange das Schloß in Deberndorf stand, fanden viele Einwohner dort ihr „Brot und Arbeit“. Dies war vor allem zur Zeit der Schloßherrschaft unter Generalfeldmarschall Freiherr von Diemar und der Markgrafen von Ansbach der Fall. Es hatten Zimmerleute, Gärtner, Pferdeknechte, Reitknechte und Diener ihre Beschäftigung. Nach dem Niedergang des Schlosses verlagerte sich der Broterwerb der Bevölkerung auf Landwirtschaft und Weberei. Durch die Industrialisierung der Weberei war die handwerksmäßige Hausweberei nicht mehr rentabel, wodurch ein großer Teil der Deberndorfer Einwohner seiner guten Einnahmequelle beraubt war. Nach dem Krieg 1870/71 tat sich ein neuer Erwerbszweig auf. Durch die entstehenden großen Prachtbauten in Nürnberg und Fürth, wurden die Sandsteinbrüche des Dillenbergs wieder aufgelassen. Dort verdingten sich während dieser Zeit viele Deberndorfer Männer.

 

Horneberscher Steinbruch am Katzenstein (1912)

 

Pöllsche Steinbruchschmiede auf dem Dillenberg (1929)

Als das Steinbrechen nicht mehr rentabel war, wurde viele Deberndorfer wieder Kleinbauern. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts begann der wirtschaftliche Aufschwung, der auch ihnen zu Arbeit und Erwerb verhalf.

In den beiden Weltkriegen mußten 43 Deberndorfer ihr Leben lassen.

Beim Einmarsch der amerikanischen Soldaten 1945 wurden einige Häuser durch Artillerie zerstört.

Im Jahre 1972 wurde die Altgemeinde Deberndorf, bestehend aus Hornsegen. Ballersdorf, Rütteldorf, Vogtsreichenbach und Zautendorf, in die Marktgemeinde Cadolzburg eingegliedert. Die Ausnahme war Hornsegen, das nach Großhabersdorf eingemeindet wurde.

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